Interview mit Schlagzeuger Flo König



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Wenn es so etwas wie Rhythmus im Blut gibt, dann hat Flo König ganz sicher eine Menge davon getankt.

 

Als Schlagzeuger ist Flo live und im Studio mit coolen Bands wie Ena Wild, Cro, Bewegung tut gut & Yeah! unterwegs. Doch Flo König fühlt sich nicht nur im Rampenlicht der großen Bühnen zuhause. Spaß hat er auch, wenn er sein Können im Rahmen von Workshops weiter gibt und dabei seine Leidenschaft mit Interessierten teilt.

 

In einem Interview verriet uns Flo, wie es für ihn ist, sein Hobby auch beruflich auszuüben und warum ihm das Unterrichten am Herzen liegt.

 

 

flokoenig

Flo König (Archiv)

 

 

enkigo: Stand für Dich schon als kleiner Junge fest, dass du einmal als professioneller Schlagzeuger dein Geld verdienen wirst?

 

Flo: Eigentlich hat sich erst zu meiner Jugend der Wunsch nach einer professionellen Musikerkarriere entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt habe ich aber schon ein paar Jahre Schlagzeug gespielt. Eine wichtige Motivation für mich war mein damaliger Lehrer, Peter Kumpf, und meine Eltern. Sie haben mich dabei immer unterstützt. Bis heute.

 

 

enkigo: „Das Hobby zum Beruf machen“…das klingt doch nach einer traumhaften Aussicht. Viele haben jedoch Bedenken à la „Ich will mir den Spaß an meinem Hobby nicht verderben“.  Wie ist das bei Dir persönlich?

 

Mein Beruf ist derzeit der Schönste, den ich mir vorstellen kann.

Flo: Es ist schon eine sehr widersprüchliche Sache. Zu Beginn meines Schlagzeugstudiums an der Musikhochschule in Stuttgart habe ich richtig die Lust am Musikmachen verloren. Es ging viel um die Analyse und theoretische Betrachtung von Musik. Die emotionale Komponente hat mir gefehlt und ich war gedanklich an dem Punkt das Studium abzubrechen.

 

Mittlerweile weiß ich aber auch, dass mich das Studium an Orte gebracht und mir Interessensgebiete aufgezeigt hat, die ich ohne diese akademische Herangehensweise womöglich nie in dem Maß kennengelernt hätte. Glücklicherweise gestaltet sich mein beruflicher Alltag sehr vielschichtig. Würde ich den ganzen Tag nur Trommeln, könnte es schon sein, dass ich ins Zweifeln kommen würde. So gesehen ist mein Beruf derzeit der Schönste, den ich mir vorstellen kann – mit dem Wissen, dass ich das in der jetzigen Form vielleicht nicht immer machen werde. Dafür interessieren mich einfach zu viele andere Dinge.

 

Flo live mit Cro

Flo live mit Cro (Foto: Delia Baum)

 

enkigo: Du selbst gibst auch Trommel-Workshops. Was sind denn die Inhalte deiner Kurse und wer sind Deine Teilnehmer?

 

Flo: Die Einbindung von Elektronik am akustisch präparierten Schlagzeug interessiert mich sehr. Da mich auch HipHop und elektronische Musik begeistert, versuche ich die genrespezifischen Klischees mit meinem Schlagzeug zu adaptieren und zu reproduzieren. Dabei kommen Klangerzeuger wie Synthesizer und Sampler, Effektgeräte und Kontaktmikrofone zum Einsatz.

 

Da ich weiß, wie teuer solche Geräte als Startinvestition für einen Musiker sein können, versuche ich in meinen Workshops auch zu zeigen, wie man sich vieles selbst bauen und mit etwas Kreativität ganz eigene und spannende Ergebnisse erzielen kann. Hauptsächlich kommen natürlich Schlagzeuger zu meinen Workshops. Besonders freut es mich aber, wenn anschließend auch Eltern und Freunde der Trommler auf mich zukommen und mir sagen, dass sie ihren Spaß hatten.

 

 

enkigo: In deinen Workshops gibst Du sprichwörtlich den Takt an. Was ist für Dich das Tolle daran, anderen etwas beizubringen?

Der objektivere Blick eines Schülers, der sich noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt hat, kann oft völlig neue Ideen und Denkanstöße auslösen.

 

Flo: Ich finde es wichtig, dass gerade Musiker ihr Wissen weitergeben. Dieses Ellebogen-Ding nervt mich richtig. Wahrscheinlich lerne ich bei so einem Workshop sogar am meisten. Gerade der Austausch mit Anderen gefällt mir daran.  Außerdem glaube ich, dass jeder etwas besonders gut kann, nur eben oftmals keine Plattform geboten bekommt, um sein Wissen weiterzugeben. Hoffentlich ändert Ihr etwas daran…(enkigo: „Und ob! Dafür geben wir Alles“)

 

 

enkigo: Hast Du Tipps, die du angehenden Kursanbietern mit auf den Weg geben möchtest?…So etwas wie Flos didaktische Geheimwaffe?

Keine Angst vor schwierigen Schülern

Keine Angst vor schwierigen Schülern (Foto: Delia Baum)

 

Keine Angst vor schwierigen Schülern

 

Flo: Ich versuche meine Workshops locker zu gestalten. Wie gesagt ist mir der Austausch wichtig. Im Idealfall können die Kursteilnehmer auch selber mal Probieren. Dabei sollen aber nicht nur Schlagzeuger auf ihre Kosten kommen. Eigentlich versuche ich nur nicht wie der Oberlehrer, mit erhobenem Zeigefinger, rüberzukommen.

 

 

 

 

 

enkigo: Du wirst ja des Öfteren interviewt. Hast du eine Antwort, die du schon immer einmal loswerden wolltest, zu der aber noch nie die passende Frage kam?

Hugs not Drugs

 

Flo: Vielleicht am ehesten noch einen Tipp, der sich an angehende Musiker richtet: Hugs not Drugs 😉

 

 

enkigo Tipp:

Alle die jetzt Lust bekommen haben, Flo als Lehrer zu erleben, dürfen sich schon einmal auf den Percussion-Kurs am 30.Oktober 2014 in Berlin freuen.

 

Mit dabei sind enkigo, chuck-chuck und die blu:boks Berlin.

 

Weitere Infos zur Veranstaltung findest Du in Kürze hier auf diesem blog und auf www.enkigo.de oder trage Dich in unseren Newsletter ein, um nix zu verpassen.

Fotos: Delia Baum (www.DeliaBaum.com)
Janine

Janine

arbeitet bei enkigo.de
enkigo-Gründerin und Lernjunky. Mag besonders Kunst, Musik, Kommunikation und Psycho-Kram. Im ständigen Kampf zwischen Chaos und Perfektionismus.
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